Archive for 'Deutsch' Category

Drop Shadow Talks: Dragan Espenschied

Thursday, November 26th, 2009

Den dritten Talk in Johannes P Osterhoffs großartiger Reihe “Drop Shadow Talks” bestritt Dragan Espenschied. Der Vortrag war eine Würdigung des Amateur-Webdesigns, das heute von Facebook & Co bedroht wird. War die gute alte Homepage noch gebastelte Selbstverwirklichung, drohen die Benutzer der aktuellen Community Seiten zu Klickvieh und Inhaltsbeschaffern degradiert zu werden. Die kulturelle Ursuppe des Internets hat einen schwarzen Seitenhintergrund, gerne mit blinkenden Sternen. Espenschied lässt keinen Zweifel daran, dass er das anarchistische Do-It-Yourself-Web nicht nur wegen seines unbedarften experimentellen Designs schätzt, sondern auch für wiederstandsfähiger gegen diverse Kontrollgelüste hält.
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Drop Shadow talks: Lars Harmsen

Wednesday, October 28th, 2009

Der Talk von Lars Harmsen von Magma Design und Slanted bildete den Auftakt zu Johannes P Osterhoffs Drop Shadow Talks. Harmsen gab einen Überblick über Ursprünge und Entwicklung von 3D Effekten in der Typographie. Dabei entdeckte er Gemeinsamkeiten zwischen Heavy Metal Ästhetik und Mediamarkt CI. Man erfuhr, dass das Layout der Bravo komplett in Photoshop entsteht und neue Mitarbeiter ein halbes Jahr angelernt werden müssen diese Feuerwerk für Teenager-Augen Anrichten zu können.

Erstaunlich war die Vehemenz mit der Harmsen sich nach dem – durchaus über den Tellerrand schauenden Vortrag – von der Mediamarkt-Ästhetik abgrenzte und sich dazu verstieg, von den Designern solcher Blätter Verantwortung zu fordern. Geht es hier um ästhetische Volkserziehung? Wäre die Welt besser, wenn die Mediamärkte im dezenten Grau und Schwarz Apple und Mercedes CI gehalten wären. Das größte Problem hätten dann doch wohl genau die Marken die sich mit ästhetischem Purismus  an den gebildeten Sinnesasketen wenden, der es sich leisten kann, den lauten und bunten Marktplätzen der Geschmacksbefreiten fern zu bleiben.

Dass Design immer Abgrenzung ist und im Gegenzug etwas braucht, wovon es sich abgrenzen kann, hat Harmsen im Eifer des Gefechts offenbar vergessen. Auf einigen von Harmsens Slides konnte man kurz zuvor noch sehen, dass Imitation, Übertreibung und sogar Ironie zum Vokabular von Design gehören.

Volkssport Design

Monday, October 26th, 2009

Als provokativen Auftakt stellen Michael Kubens von http://designenlassen.de und Bastian Unterberg von http://jovoto.com ihre jeweiligen Kontaktbörsen für Designer und Auftraggeber vor. Während Designenlassen die Sache konsequent aus Auftraggeber- bzw. (Klein-)Unternehmersicht optimiert, stellt Jovoto erkennbar den Versuch von Designern dar, Crowdsourcing als Chance zu verstehen.
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Kritikkritik

Friday, July 21st, 2006

Mit zwei Freunden organisiere ich viermal im Jahr – so ist es zumindest geplant – die Pecha Kucha Nacht Berlin. Zuletzt vor knapp zwei Wochen bei Platoon in Mitte. Zu meinem Erstaunen gab es plötzlich eine Anfrage der FAZ, Bilder der Präsentationen für einen Feuilliton Artikel nutzen zu dürfen. Es gab zwar bei der ersten PK Nacht schon einen ziemlich kritischen Artikel im Onlin-Magazin der Süddeutschen Zeitung, aber dass wir vom Radar der ehrwürdigen FAZ erfasst worden waren, war schon eine Überraschung.

Von dem unerwarteten Interesse auf dem falschen Fuß erwischt, mussten wir zunächst die Zustimmung der Vortragenden einholen, weil wir natürlich keine Rechte an den gezeigten Bildern haben. Während wir den Präsentatoren hinterhermailten und telefonierten, witzelten wir schon darüber, dass wir im Allerheiligsten der deutschen Kulturkritik wohl ordentlich runtergemacht werden würden. So war es dann auch.

Allerdings nutzte der Autor Klaus Ungerer die Gelegenheit auch zu einer Abrechnung mit dem aus seiner Sicht offenbar Mitte-typischen Lebensstil. Da lästert Ungerer über körperbetonende Hemden und lässig in der Frisur sitzende Sonnenbrillen, ohne den Transfer zur eigenen gockelhaft eitlen Schreibe zu bewerkstelligen oder er lässt sich über ähms und ähs in den Vorträgen aus ohne dabei an seine eigene – unfassbar unprofessionelle – Website zu denken, auf der die meisten Links ins Freenet-Nirgendwo führen (derjenige zum selbstverliebten Lebenslauf funktioniert!).

Weil es Pecha Kucha auch in anderen Städten gibt und die Idee von einem Architekturbüro in Tokyo stammt und wir das auch erwähnen, sieht Ungerer gewollte und vorgegebene Weltläufigkeit am Werk (Iepe und Luka haben die Leute von Klein Dytham kennen gelernt, als sie in im Rahmen von (Vorsicht Unwort:) Projekten in Tokyo waren).

Wir wählen die Vorträge anhand eingesandter Bilder und Erklärungen aus. Ob jemand gut vortragen kann oder nicht, wissen wir in den meisten Fällen vorher nicht. Wir freuen uns wenn ein Vortrag gelingt, wenn nicht dauert er nicht länger als 6:40. Die Möglichkeit des Scheiterns gehört dazu – also ganz in der Tradition von Karaoke. Die Verwandschaft zum guten alten Diaabend leugnen wir auch nicht. In den guten Momenten gibt es einen Vortrag wie den von Jean Ulrick Desert oder auch den von Hartmut Landauer.

Offene Berliner Risiko Meisterschaften 2005

Sunday, May 8th, 2005

das grüne Team auf dem Weg zum Alexanderplatz
Das grüne Team dominierte das Finale am 8. Mai wie schon die Vorrunde am 1. Mai. Auch diesmal konnte Grün mit Abstand die meisten Straßenzüge besetzen, was ihnen eine große Zahl Bonustruppen einbrachte. Den schlechtesten Start erwischte das braune Team, das sich während des gesamten Spiels nicht aus der Einkesselung am Alexanderplatz befreien konnte. Das Schwarze Team, das in den vergangenen Jahren die Spiele oft für sich entscheiden konnte, machte keine viel bessere Figur. Mit ihrer einfallslosen Gurillataktik und vereinzelten Nadelstichen konnten sie das grüne Team zu keinem Zeitpunkt in verlegenheit bringen. Am Ende konnte Rot, obwohl es viel weniger Truppen auf dem Spielfeld hatten, dem grünen Team überraschend den Sieg vor der Nase wegschnappen: Der Auftrag des roten Teams war es, den Durchmarch des braunen Teams zur Friedrichstraße zu verhindern. Durch die Konzentration ihrer Kräfte unter den Linden und einen startegischen Nichtangriffspackt mit Grün war Rot fertig, bevor irgend jemand es richtig bemerkte