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Zitty, Tip & Co form cartel
13 December 2007This morning I received a mail from Literaturwerkstatt containing a statement in which the Berlin literature hosts protest against all major town magazines and publications outsourcing their event calendars to one one company that will thus acquire a monopoly position. The publishers obviously don’t even feel that it is necessary to wait with using the newly formed cartel to put pressure on cultural organizers. Until now all of the publications (Zitty, Tip, Tagesspiegel, Berliner Zeitung, [030]) offered event notifications free, whereas now the are planning to charge a “service fee” starting at €400 per year.
This is nothing less than a scandal. After all, those magazines are bought for their event calendars. Looked at it from this perspective, event organizers in Berlin are free content providers. Charging them and the reader is daylight robbery and one wonders how they could ever think to get away with it. It also seems questionable, if forming such a cartel can be legal. Admittedly there is less money in this market than in markets where the national anti trust agency usually gets active, but nevertheless it will reduce the consumer’s choice considerably.
Of course on the other hand the cartel is under pressure because many potential readers get their information from other sources today, namely from mailing lists and alternative online communities. For exclusive party information restrealitaet.de is probably a better choice than Zitty. But that just makes the magazine’s strategy look even more stupid. Instead of trying to come up with ideas of how to compete with the diversity that the innumerable mailing lists offer they seek refuge in the mainstream. Charging for event notifications and unifying formally competing event calendars will necessarily lead to an over-representation of the mainstream. It is quite obvious that this will just make them less attractive to the demanding urban reader. The day is not far when one will assume that some reading Tip or Zitty in the subway or a café must be a tourist or new in the city.
Anyway, I don’t remember when I last bought Tip or City. It looks like in the future there will be less reason to fear that I’m missing out on something.
This is the statement that Boris Nitzsche of Literaturwerkstatt sent out this morning:
In einem Brief vom November 2007 informierten die traditionsreichen Berliner Stadtmagazine zitty und tip darüber, den Veranstaltern/Bühnenpartnern in Berlin “weiterhin den Service anzubieten, kostenlos Veranstaltungshinweise zu veröffentlichen.” Allerdings werde die an die CineMarketing GmbH abgegebene “Digitalisierung und Aufbereitung” der Daten “leider nicht mehr völlig kostenlos möglich sein”. Es folgen ein paar Sätze der Beruhigung, es seien “so niedrige Beiträge ausgehandelt, dass niemand benachteiligt wird” etc. Allerdings können die Beiträge bis zu 400 € im Jahr betragen. Der Brief liegt im Wortlaut diesem Statement bei. Die Literaturveranstalter Berlins konstatieren: 1.) Beide Stadtmagazine kennen die Situation vieler Kultureinrichtungen der Stadt gut, wie ihren redaktionellen Beiträgen zu entnehmen ist. Für die Literaturveranstalter ebenso wie für eine Vielzahl anderer Veranstalter, die in der Regel mit schmalem Etat ein anspruchsvolles und umfangreiches Programm präsentieren, sind 400 € viel Geld, keineswegs ein “niedriger Beitrag”. Die Berliner Kulturszene lebt auch und gerade von der Vielzahl und Vielgestalt kleiner Kulturveranstalter, die diese Gebühr nicht zahlen können. Dazu kommt, dass die Zahlung keine Garantie für den tatsächlichen Abdruck der Veranstaltungshinweise beinhaltet. 2.) Die doch eigentlich um die Leserschaft konkurrierenden Stadtmagazine schließen sich zusammen, um unter Ausnutzung ihrer so erhaltenen Monopolstellung die Veranstalter in Zugzwang zu bringen. Veranstalter, die die geforderten Beiträge nicht zahlen wollen oder können, wären weder in der Zitty noch in Tip, Tagesspiegel, Berliner Zeitung, [030] sowie den dazugehörigen Onlinekalendern präsent. 3.) Die Veranstalter sollen für einen Service zahlen, der den Stadtmagazinen ihre Existenzberechtigung gibt und eigentlich zum journalistischen Selbstverständnis der betroffenen Zeitungen und Zeitschriften gehört. Die Serviceleistung soll also sowohl von den Veranstaltern finanziert als auch nochmals vom Käufer bezahlt werden. Das ist schlicht und einfach dreist. 4.) Die Veranstalter würden mit einer Zahlung einer weiteren Hierarchisierung der Kultureinrichtungen nach Kriterien der Finanzkräftigkeit zustimmen. 5.) Die Veranstalter würden mit einer Zahlung indirekt dem Abbau von Redaktionsstellen in zumindest einem der Stadtmagazine zustimmen. Aus allen diesen Gründen verwehren sich die Literaturveranstalter Berlins entschieden gegen eine solche Praxis, die sich sowohl gegen das journalistische Selbstverständnis als auch gegen die Vielfalt des Kulturlebens richtet. Mittlerweile sind die Stadtmagazine von ihrer Position etwas abgerückt und haben angeboten, dass man Veranstaltungen kostenlos selbst eintragen kann. Dieser Vorschlag berührt aber die Kernpunkte unserer Kritik nicht. Auch so wird eine Monopolstellung genutzt, um die Kernkompetenzen der Stadtmagazine zum Outsourcing freizugeben. Zwar bezahlen die Veranstalter dann nicht CineMarketing, doch sie würden den Redaktionen ihre eigene Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung stellen und damit z.B. einen Stellenabbau weiterhin begünstigen. Berlin, 13.12.2007 Unterzeichnet von Akademie der Künste
Statement der Literaturveranstalter Berlins
Bastardslam (Poetry Slam)
Berliner Künstlerprogramm des DAAD
berlinerWald
Brauseboys-Lesebühne
Der Frühschoppen – Lesebühne im Jazzclub Der Schlot
Kulturprojekte Berlin
LesArt
Der Literarische Salon
Literarisches Colloquium Berlin
Literaturforum im Brecht-Haus
Literaturhaus Berlin
Literaturwerkstatt Berlin
Matthes & Seitz
Querverlag
Schwarze Risse Buchläden
Spokenwordberlin
Surfpoeten
Tanzwirtschaft Kaffee Burger
Transmediale
Ullstein Verlage
Verlag Assoziation A
Verlag Bertz & Fischer
Verlag Elfenbein
Verlag Klaus Wagenbach
Verlag Lukas
Verlag Rotbuch
Verlag Trescher
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Technorati Tags: Berlin, Kultur, Literaturwekstatt, Monopol, Veranstaltungskalender
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