Archive for May, 2005

Cannes

Monday, May 23rd, 2005

I was in Cannes with a short film. As a producer I got to see the movies in the competition. This is what i saw between frequent beach breaks:

1. Don't Come Knocking (Wim Wenders)
Did Wim Wenders really think he would win a price with this pathetic road movie attempt? His romantic fascination with America and the american myth bores me to death.

2. Der Schläfer (Benjamin Heisenberg)
A young scientist who is about to start his new job at some institute is asked by the secret service to spy out his muslim colleague who is under suspicion of being a terrorist. The two become friends, but also fall in love with the same girl. I liked the film. It could have been a bit quicker though.

3. Caché (Michael Haneke)
Fortunately the film wasn't as tough as "Funny Games" another film by Haneke that shows a family getting terrorized. In "Caché" talk show host guy receives anonymous video recordings of his house, himself and his family. It becomes clear that there is a connection to his childhood. As a 6 year old he played a mean trick on another kid who his parents were planing to adopt after that kid's parents had died. Brilliant Film.

4. Manderlay (Lars von Trier)
I just loved the comment of an american filmmaker who seemed almost disturbed by von Trier: "This is not how America is". Well, why don't you just go knocking?

When I saw the movie, I was at first a bit annoyed, because the "stage" seemed not quite as reduced as in "Dogville" and reminded more to a theatre stage. However, this kind of formal critique seems totally out of place. The film works on every level. It is incredible how Lars von Trier manages to touch central questions of power and identity and how he shows how fragility of the concept of truth. Lars von Trier is in a league of his own.

5. Short films in the competition.
There was only one I liked – and it didn't win the price. "Before Dawn" by the hungarian director Bálint Kenyeres is a one shot film of a scene that takes place on a hillside in eastern europe. A truck with illegal migrants gets busted. Very skillful and one of the few that did not try to tell a feature film like narrative compressed into 15 minutes.

"Nothing Special" by Helena Brooks was quite funny, maybe a bit over the top (but that was a deliberate choice). All other films I thought were quite boring, "Schijn van de Maan" by Peter Chesquiere needs to be mentioned as being annoying, embarrassing even.

Offene Berliner Risiko Meisterschaften 2005

Sunday, May 8th, 2005

das grüne Team auf dem Weg zum Alexanderplatz
Das grüne Team dominierte das Finale am 8. Mai wie schon die Vorrunde am 1. Mai. Auch diesmal konnte Grün mit Abstand die meisten Straßenzüge besetzen, was ihnen eine große Zahl Bonustruppen einbrachte. Den schlechtesten Start erwischte das braune Team, das sich während des gesamten Spiels nicht aus der Einkesselung am Alexanderplatz befreien konnte. Das Schwarze Team, das in den vergangenen Jahren die Spiele oft für sich entscheiden konnte, machte keine viel bessere Figur. Mit ihrer einfallslosen Gurillataktik und vereinzelten Nadelstichen konnten sie das grüne Team zu keinem Zeitpunkt in verlegenheit bringen. Am Ende konnte Rot, obwohl es viel weniger Truppen auf dem Spielfeld hatten, dem grünen Team überraschend den Sieg vor der Nase wegschnappen: Der Auftrag des roten Teams war es, den Durchmarch des braunen Teams zur Friedrichstraße zu verhindern. Durch die Konzentration ihrer Kräfte unter den Linden und einen startegischen Nichtangriffspackt mit Grün war Rot fertig, bevor irgend jemand es richtig bemerkte

Stell dir vor es wird Krieg gespielt …

Friday, May 6th, 2005

… und nur ein paar Zuschauer kommen. Das Wetter ist perfekt, um Revolution oder Cowboy und Indianer oder Bürgerkrieg zu spielen. Schon morgens bringt sich eine der beiden Manschaften (die in grün spielende) in Stellung – bis 14 Uhr bin ich beim samstäglichen Umherstreifen am Prenzlauer Berg bereits dreimal kontrolliert worden. Eine noch eingeschweißte Fahrradkette, darf ich behalten, weil ich noch andere neue Fahrradteile in der Tasche habe. Sogar der spöttische Hinweis auf die Überlegenheit meiner Fahrradkette gegenüber gängigen Waffen wie Bierflaschen usw. bringt die Wachposten des grünen Teams nicht aus der Ruhe. Später passiere ich die Kontrollstation noch mal mit einer Tennistasche. Auch diese wird gründlich untersucht. Schließlich erinnert schon ihre Form an Koffer, denen Auftragskiller ihre in Einzelteile zerlegte Präzisionswaffe entnehmen. Eine Assoziation, die ich übrigens immer habe, wenn ich meinen mattschwarzen Wilson ProStaff 6.0 (Modell 87) aus der Tasche nehme, ihn, um sein Gewicht zu fühlen, kurz auf und ab bewege und dabei eine gerade Rückhand die Linie entlang antizipiere.

Die grünen Männer wissen nichts von diesen Allmachtsphantasien und lassen mich auch mit Tennisschläger bewaffnet passieren. Im grünen Team gibt es nicht wenige Frauen. So ist das heute bei den nicht ganz ernst gemeinten sportlichen Wettbewerben, bei denen es zwar spaßig, aber doch gerecht zugehen soll: Jedes Team muss eine Frauenquote erfüllen. Ich bin in den Alpen schon beim Bergauflaufen von einem Läufer, der mit seiner Teamkollegin via Hüftgurt zusammengebunden war, überholt worden und bei der letztjährigen Völkerballweltmeisterschaft am Oststrand trumpfte das japanische Team mit offenbar gentechnisch veränderten Spielerinnen auf, die des Ballfangens mächtig waren.

Ein letztes mal passiere ich die Kreuzung Oderberger Straße / Bernauer Straße gegen 2 Uhr nachts. Sie ist immer noch ganz in grüner Hand. Die Zuschauer in den Kneipen und Cafés in der Oderberger Straße wandern allmählich ab. Vom andere Team ist immer noch nichts zu sehen. Ich frage mich, ob sie an der Frauenquote gescheitert sind oder ob sie auf das neue Mobilfunkspiel der Telekom umgestiegen sind, bei dem nicht mehr Plätze und Straßenzüge besetzt werden, sondern nur noch Mobilfunksender.

Für die Zuschauer ist das Telekomspiel natürlich nicht so unterhaltsam. Man sollte vielleicht erwägen, Sonderpunkte für brennende Autos zu einzuführen.